Universität Leipzig

Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft

Abteilung Journalistik

 

Seminar:                3-86 Werkstatt: Online-Medien

Dozenten:             Anja Schwanhäußer

                               Felix Lohmaier

 

 

 

 

 

 

„Die Zwenkies“

 

 

Eine virale Marketingstrategie im Internet

 

 

 

 

ein Konzept von:

Katrin Göschel

7. Fachsemester

Matrikelnummer: 8562155

Sebastian Heinisch

5. Fachsemester

Matrikelnummer: 8761437

Manuel Rosenboom

8. Fachsmester

Matrikelnummer: 8317983

eingereicht am:

28.11.2002

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

Seite:

  1. Vorstellung des Gerüchtekonzepts

3

  1. Zielsetzung und Zielgruppe

3

2.1  Zielsetzung

3

2.2  Zielgruppe

3

  1. Hintergrund und Spezifizierung des Themas

3

3.1  Die Geschichte

3

3.2  Die Konstruktion der virtuellen Hausgemeinschaft

4

3.3  Warum sind die „Zwenkies“ erfolgreich/bekannt?

5

  1. Verbreitungskanäle mit Beispieltexten

5

  1. Zutreffende Aspekte des viralen Marketings

7

5.1  Die Grundkanäle der viralen Verbreitung

7

5.2  Theoretische Betrachtung

7

  1. Inhalt und Stil der Homepage

10

  1. Zeitablauf

10

7.1  Interner „Zeitablauf“

10

7.2  Externer „Zeitablauf“

11

7.3  Zeitlicher Rahmen des Fake

11

  1. Kommentierte Linkliste und Quellenverzeichnis

11

8.1  Kommentierte Linkliste

11

8.2  Quellenverzeichnis

14

 

 

 

 

1.    Vorstellung des Gerüchtekonzepts

 

In unserem Konzept haben wir uns zum Ziel gesetzt, kein ordinäres Gerücht in die Welt zu setzen, sondern eine Geschichte zum Zweck einer Marketingstrategie eines Unternehmens zu erfinden und als wahr zu präsentieren. Um die Story bekannt zu machen, haben wir versucht verschiedene Kanäle im Internet zu nutzen. Dass in der Ausführung auch auf Printmedien zurückgegriffen werden kann, schmälert nicht die Bedeutung der Internetkanäle. Ist die Geschichte einmal im Umlauf, soll dann mit ihr der Name des Unternehmens verknüpft werden. Die Geschichte wird zum Markenzeichen des Unternehmens.

 

2.    Zielsetzung und Zielgruppe

 

2.1   Zielsetzung

 

Ziel der Aktion ist die Realisierung einer virtuellen Hausgemeinschaft, die unter „Heimwerkern“ und Studenten bekannt und beliebt ist. Angelehnt an Fake-Werbung wie „Supergreg“ soll eine authentisch wirkende Webseite entwickelt und propagiert werden, die einen möglichst breiten Bekanntheitsgrad in der Zielgruppe erlangt. Nach erfolgreicher Lancierung als „echte“ Gemeinschaft erfolgt die Enttarnung der Hausgemeinschaft als von einem bekannten Baumarkt initiierte Werbemaßnahme.

 

2.2   Zielgruppe

 

Die chaotische Hausgemeinschaft, die mit vielen Tücken der „Do-it-Yourself“-Sanierung zu kämpfen hat, ist für internetbegeisterte Heimwerker interessant. Darüber hinaus natürlich für Studenten (Identifikationsmuster!) und für Leute, die Sinn für Skurrilität und/oder Soaps haben.

 

3.    Hintergrund und Spezifizierung des Themas

 

3.1   Die Geschichte

 

In der Zwenkauer Straße in Leipzig hat eine ältere Dame nach vielen Jahren ihr Haus zurückbekommen. Dieses Thema ist vor dem Hintergrund des Endes der DDR und den daraus resultierenden ungeklärten Eigentumsverhältnissen der vom Staatsapparat enteigneten Immobilien real.

Das Haus der älteren Dame wurde bis zur Rückübertragung von der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) verwaltet. Anfang 2000 zog Frau G. wieder in das Haus. Insgesamt vier Parteien bzw. Wohnungen gibt es dort. Frau G. ist Witwe und fühlt sich oft allein. Sie holt sich drei studentische Wohngemeinschaften ins Haus, damit ein wenig Leben in die Bude kommt. Die Studenten freuen sich über günstige Mieten und kümmern sich um Frau G. Sie gehen für sie Einkaufen oder mit dem Hund Gassi. Dieser Teil des Konzept baut auf bekannte Vorurteile auf: Alte Menschen sind oft einsam, freuen sich über Gesellschaft, nehmen nur noch eingeschränkt am Leben teil und brauchen darum Hilfe.

Mitte 2002 stirbt Frau G. und die Studenten haben Angst, nun auf die Straße gesetzt zu werden. Die alte Dame hatte kurz vor ihrem Tode versucht, das Haus zu verkaufen, aber es fand sich kein Käufer. Die Hausgemeinschaft – die verschiedenen Wohngemeinschaften kennen sich gut und fühlen sich mit dem Haus und einander verbunden, sie nennen sich die „Zwenkies“ – erfährt vom Notar, der das Testament vollstreckt, dass Frau G. den Studenten das Haus geschenkt hat. Auch hier existiert wieder einer realer Hintergrund: Auf dem Leipziger Wohnungsmarkt gibt es zu viele Leerstände. So war vor einigen Tagen ein Bericht in der LVZ, wonach ein altes Ehepaar sein Haus verschenken wollte, sich aber kein Interessent fand.

In die leerstehende Wohnung der Frau G. zieht schließlich ein studentisches Pärchen ein, das ganze Haus gehört nun den Studenten. Die Freude ist groß, aber nicht von langer Dauer: Das Haus ist dringend sanierungsbedürftig! Die „Zwenkies“ versuchen in Eigenregie, möglichst billig, die notwendigen Reparaturen am Haus vorzunehmen. Da es aber keine handwerklich geschickten Bewohner sind, suchen sie Hilfe in diversen Heimwerkerforen. Hier wird auf folgende bekannte Vorurteile aufgebaut: Alte Häuser sind sanierungsbedürftig, Studenten haben nur wenig Geld – und sind vor allem nicht in der Lage, auch nur eine Glühbirne einzuschrauben.

 

3.2   Konstruktion der virtuellen Hausgemeinschaft:

 

Die Hausgemeinschaft besteht aus 4 Parteien. Eine WG ist äußerst technisch aktiv, sie übernimmt die Hauptaufgaben bei der Realisierung der Webseite. Die zweite WG (eigentlich nur ein Pärchenhaushalt ist wenig am Internet interessiert – entwickelt sich so langsam zum Außenseiter, kann dem ganzen „Gemeinschaftsgefühl“ immer weniger abgewinnen (Konfliktpotenzial!). Die dritte WG ist sehr alternativ (Sven und seine Gitarre), technisch offen, sehr stark am „Gemeinschaftssinn“ interessiert). Die vierte WG ist handwerklich interessiert, aber zwei Mitbewohnerinnen sind auf einem fernöstlichem Trip (Feng Shui etc.), was zu Konflikten bei gewissen Bau/Sanierungsmaßnahmen führt. Natürlich kommt es auch zu sexuellen Komplikationen (Karo aus der alternativen WG hat ein Auge auf Stefan, den männlichen Teil der Pärchen-WG geworfen… Ina weiß nicht, ob sie lesbisch ist, oder „nur“ bisexuell veranlagt…)

 

3.3   Warum sind die „Zwenkies“ erfolgreich/bekannt?

 

a)      Weil ihnen immer wieder verschiedene Probleme passieren, die sie nur mit Hilfe von „echten“ Heimwerkerprofis in den Griff bekommen.

à Die Erwartungen der Helfer (also den Leuten in Heimwerkerforen, die unseren armen Studenten helfen wollen) werden konterkariert. Beispiel: Fenster soll man mit Silikon abdichten. Die Chaos-WG aus dem ersten Stock hat sich im Baumarkt aber Bauschaum andrehen lassen und damit die Fenster isoliert – das wird auf der „Zwenkies“-Internetseite präsentiert. Dies kann sich der Helfer anschauen, der sich fragt, warum zum Teufel sein Rat nicht befolgt wurde. Außerdem können sich andere das Fiasko anschauen und bedienen damit menschliche Eigenschaften (Voyeurismus, Schadenfreude, Neugier).

b)      Weil bei der Hausgemeinschaft immer etwas los ist. Nicht nur Probleme beim Sanieren, sondern auch zwischenmenschliche Probleme werden auf der Webseite veröffentlicht. Die Geschichtchen laden geradezu dazu ein, immer wieder auf die Seite zu schauen, um Neuigkeiten zu erfahren (Stichwort: Faszination von Daily-Soaps).

c)      Die Personen wirken authentisch und entstammen einer Lebenswelt, die der Zielgruppe größtenteils fremd ist. Der Heimwerker der helfen will, hat es mit Personen zu tun, die andere Präferenzen setzen (alles möglichst billig – kein Perfektionismus, keinen „Hobbykeller“ – sprich: gute Ausrüstung zum Heimwerkern).

 

 

4.    Verbreitungskanäle mit Beispieltexten

 

Um die virtuelle Hausgemeinschaft bekannt zu machen, sollen in speziellen Heimwerker- und Hobbybastler-Foren immer wieder neue fachspezifische Fragen oder Hilferufe gepostet werden. Auf diese Weise entsteht eine Art Fangemeinde aus Heimwerkern, die es einerseits gut finden, den Studenten zu helfen, anderseits sich einfach nur über deren Unfähigkeit amüsieren. Dadurch werden sie an die Seite gebunden, was ja das übergeordnete Ziel einer Marketingstrategie ist.

 

 

 

 

Beispiele:

1. Bespielmail:

Hallo, wir sind ein Haus voller Studenten und sind in einer misslichen Lage. Das Haus in dem wir wohnen ist ziemlich marode und muss saniert werden. Da wir nicht viel Geld haben, wollen wir das meiste selbst machen. Leider sind wir nicht wirklich handwerklich begabt. Nun zu unserer Frage: Wir wollen die Fenster abdichten, da es ja inzwischen sehr kalt ist und die Stoffpolster nicht mehr dicht halten. Wie und mit welchem Material machen wir das am besten? Wir haben gehört Silikon soll recht gut sein. Aber wo bekommt man das am billigsten? Wir hoffen jemand kann uns ein paar Tipps geben. Mit freundlichen Grüßen Markus

PS: Wir haben auch eine Webseite im Netz (www.die-zwenkies.de), da dokumentieren wir unsere Fortschritte. Wer Lust hat, kann sich ja die Mängel auch mal online anschauen.

2. Beispielmail:

Hey, wir sind es mal wieder – die „Zwenkies“. Das mit dem Silikon war echt ein super Tipp. Aber leider ist uns ein Fenster gesprungen. Was haben wir da falsch gemacht. War da die Spannung zu hoch? Vielleicht kann uns ja noch mal jemand aufklären. Das neuste Problem ist das Parkett abschleifen. Wo kriegen wir den so eine Maschine her, weil mit dem Schmirgelpapier klappt’s nicht. Muss man Parkett dann auch nicht wieder versiegeln? Fragen über Fragen... Bitte helft uns. Eure Ina von den „Zwenkies“.

 

Die Postings werden von unterschiedlichen Hausbewohnern geschrieben. Aber eigentlich müsste es möglich sein, zwischen einem Hausbewohner und einem User der Foren eine Art „Freundschaft“ aufzubauen. Vielleicht wenn man ihn immer direkt anspricht.

 

Weiter könnte man auch auf Schwarzen Brettern (...) auf Studentenseiten, auf diesen Heimwerkerseiten und in Zeitschriften wie „Das Haus“ oder „Renovieren“ online Kleinanzeigen schalten, dass die Zwenkies einen günstigen Akkuschrauber suchen um ihr Haus zu renovieren. Neben der e-mail-Adresse wird dann immer auch die Homepage angegeben.

 

Beispiel:

Hilfe!!! Wir haben ein Haus geschenkt bekommen, aber leider ist es marode. Wir sind Studenten und stürzen uns nun in die Sanierungsarbeiten. Deshalb suchen wir ein paar günstige Werkzeuge - Akkuschrauber, Schlagbohrmaschine usw. – um so richtig loslegen zu können. Also Keller ausmisten und an uns abgeben: Mailt an markuskohl@web.de oder geht auf unsere Homepage www.die-zwenkies.de, dort gibt es auch eine Liste mit allem, was wir so brauchen können.

 

In den Newsgroups können die Hausbewohner wieder ihre Fragen loswerden, aber auch erfundene Personen können immer mal wieder einwerfen, dass sie durch Diskussionsforen auf die „Zwenkie“-Webseite gestoßen sind und dass sich das zu einer richtigen Heimwerker-Soap entwickelt. „Die stellen sich ja auch richtig doof an“, „Kann doch nicht sein“ usw.

Eine Linkliste mit möglichen Foren und Newsgroups befindet sich im Quellenverzeichnis am Ende dieser Arbeit.

 

5.    Zutreffende Aspekte des viralen Marketings

 

5.1   Die Grundkanäle der viralen Verbreitung

 

 

5.2   Theoretische Betrachtung

 

Verschiedene Autoren haben Kriterien benannt, nach denen eine virale Marketingstrategie erfolgreich sein kann. Derjenige, der diesen Begriff prägte, zählte fünf Bedingungen auf. Die erste – das ist durchaus hierarchisch gemeint –, die der Professor der Harvard Business School Jeffrey Rayport aufstellte, ist eine gute Tarnung des Projekts. Dass sich hinter der Geschichte um die Zwenkies ein Baumarkt versteckt, ist mit Sicherheit nicht leicht zu erraten. Gerade durch die bedienten Vorurteile werden selbst potentielle Zweifler die Story für wahr halten. Demzufolge ist dieses Kriterium voll erfüllt. Der nächste Aspekt ist die Inkubationszeit: Rayport meint damit, dass es, um die Homepage bekannt zu machen, Geduld bedarf. Zuallererst muss die Homepage der Zwenkies komplett ausgefeilt sein, ohne jedoch professionell zu wirken. Es muss für jeden User so aussehen, als ob die Seite schon länger existiert. Dies ist z. B. über Beiträge in einem Tagebuch oder Gästebuch möglich. Erst dann kann vorsichtig in einschlägigen Foren darauf aufmerksam gemacht werden. Vorsicht ist deshalb angebracht, weil wir selbst dort noch keinen „Namen“ haben, die User uns also nicht so ohne weiteres trauen. Inkubationszeit meint also die perfekte Vorbereitung und ein vorsichtiger Beginn der Kampagne.

Der Aspekt des Infektionsprozesses meint Folgendes. Der Prozess muss gezielt in Gang gebracht werden. Dazu haben wir uns Heimwerkerforen ausgesucht. Wie oben schon angedeutet, soll dies zunächst vorsichtig erfolgen. Das dabei höchstwahrscheinlich noch nicht der Tipping Point, dem kritischen Punkt, an dem sich der Virus zu einer Epidemie entwickelt, erreicht wird, ist einkalkuliert. Erst wenn man sich einen Namen gemacht hat, kann man die Homepage der Zwenkies aggresiver „empfehlen“. Ist das soweit, haben wir möglicherweise auch bereits Email-Adressen von Heimwerkerbegeisterten akquirieren können. Diese sollten dann genutzt werden, um auch auf dem Weg der Email-Kommunikation auf die Homepage aufmerksam zu machen. Der Bekanntheitsgrad der Seite sollte natürlich auch in Newsgroups forciert werden. Das Vorgehen ist im Prinzip das Gleiche wie in den Foren.

Ein weiteres Kriterium ist das der richtigen Überträger. Es ist wichtig herauszufinden, wer die Meinungsführer in den Foren und Newsgroups sind. Diese gilt es dann gezielt – natürlich immer getarnt – von der Einmaligkeit der Webseite der Zwenkies zu überzeugen. Dann kann man nur hoffen, dass sie die Seite weiterempfehlen.

Verfolgt man diese Schritte wie oben beschrieben wird schließlich der Infektionsprozess beschleunigt, man kommt dem Tipping Point näher. Vielleicht schafft man es, diesen zu überschreiten und die Epidemie in Gang zu setzen, garantiert ist das aber nicht.

Neben diesen Kriterien, die Rayport aufführte, erscheinen weitere von Bedeutung. Sascha Langner nennt fünf zusätzliche: die Unterhaltung, die Einzigartigkeit, die einfache Übertragbarkeit, die sofortige Belohnung und die kostenlose Bereitstellung. Das Kriterium der Unterhaltung wird voll erfüllt. Die Geschichte ist witzig, sie ist schon fast skurril. Auch die Einzigartigkeit ist gegeben. Wer hat schon mal soetwas gehört bzw. gelesen? Wohl kaum einer. Die einfache Übertragbarkeit bezieht sich eigentlich auf Programme à la Moorhuhn, dennoch kann man sagen, dass dieses Kriterium insofern erfüllt wird, dass sich der User lediglich die Seite herunterladen muss (diese sollte also nicht zu speicherintensiv sein, denn wenn das Laden der Seite zu lange dauert, schlägt die positive Erwartung schnell in Frust um). Das Kriterium der sofortigen Belohnung wird im Prinzip durch die Unterhaltung erfüllt. Schließlich die kostenlose Bereitstellung: Dies ist auch eher im Prinzip auf Moorhuhn bezogen, dennoch: wird auch das hier erfüllt, was aber nichts Besonderes ist, denn im Prinzip ist der Großteil der Webseiten im Internet kostenlos lesbar.

Nach der Unterscheidung zwischen niedrig- und hochintegrativen viralem Marketing von Sabrina Helm kann bei diesem Projekt von einem niedrigintegrativen Konzept gesprochen werden. Ziel sämtlicher Aktivitäten ist, die Homepage durch die User weiterempfehlen zu lassen und die Zwenkies bekannt zu machen.

Spinnt man die Geschichte weiter, gibt es noch viele weitere Verbreitungsmöglichkeiten. So könnte man einen Artikel über die Zwenkie-Homepage faken und versuchen, diesen in Onlinemagazinen unterzubringen – am Besten in solchen, die auf Überprüfung der Informationen keinen allzu großen Wert legen. Dieser Artikel könnte durchaus auch die Homepage auf ihre Echtheit hinterfragen, solange er keine schlüssigen Beweise für deren Falschheit vorlegt. Hauptsache die „Zwenkies“ werden thematisiert. Weiterhin könnte man mehrere scheinbar unabhängige Fanseiten der „Zwenkies“ schalten. Dies räumt nicht nur Zweifel an der „Zwenkie“-Homepage aus, es dient auch der externen Verlinkung. Die Seite steigt im page ranking. Auch könnte man ein Logo der „Zwenkies“ entwerfen und dies vielleicht an das Logo des Baumarktes anlehnen – das darf aber nicht zu auffällig sein. Das „Zwenkie“-Logo könnte man dann auch auf den Fanseiten platzieren und zum Download anbieten, um mögliche echte Fans zu gewinnen. Auch so kleine Dinge wie die Möglichkeiten, die „Zwenkie“-Seite zu empfehlen, sollte man auf den Fanseiten anbieten. Will man sicher gehen, dass die „Zwenkies“ schließlich irgendwann mal Kult erlangen, kann man schließlich auf den Fanseiten kleine Spiele, Bildschirmschoner oder Hintergrundbilder über die „Zwenkies“ zum Herunterladen anbieten. Dann wandelt sich das Konzept in ein hochintegratives, aber der Zeitrahmen wird auch für die Mütter und Väter der „Zwenkies“ hochintegrativ.

Im ganzen Konzept sollte darauf geachtet werden, nie zu aggressiv aufzutreten. Geschieht das einmal, kann die ganze Glaubwürdigkeit verspielt und das Projekt wertlos sein.

Auch sollten mögliche Risiken, die den Ausbreitungsprozess verlangsamen könnten, einkalkuliert werden. Dazu zählt beispielsweise eine überraschend große Zugriffszahl auf die „Zwenkie“-Seiten. Auf so etwas sollte man vorbereitet sein.

Zu guter Letzt sollte auch die Möglichkeit nicht außer Acht gelassen werden, dass die Seite auch über Heimwerkerkreise hinaus bekannt wird. Schließlich werden die bedienten Vorurteile (alte Menschen, Studenten) nicht nur von Heimwerkern gepflegt. Beispielsweise könnte ein Hobbyheimwerker die Seite auch einem Arbeitskollegen, der mit Heimwerken überhaupt nichts zu tun haben muss, empfehlen. Dieser findet sie vielleicht ebenfalls lustig und trägt zur Verbreitung bei. Insofern können die Heimwerkerkreise nur als Erstüberträger, als Ursprung des Virus angesehen werden, von dem er sich in alle Richtungen verbreitet.

 

6.    Inhalt und Stil der Homepage

 

Die Homepage muss möglichst dilettantisch gestaltet, aber dennoch navigierbar sein. Wäre die Seite zu professionell gestaltet, läge die Vermutung nahe, dass sie nicht nur von Studenten tatsächlich entworfen wurde, sondern ein potenterer Partner dahintersteht. Natürlich muss die Seite regelmäßig aktualisiert werden.

 

Gliederung der Seite:

Die verschiedenen Akteure werden unter dem Link „Hausgemeinschaft“ vorgestellt. Sanierungsfortschritte und andere private Fotos sind unter dem Link „Foto-Alben“ zu finden. Im „Tagebuch“ wird die Soap auf Textbasis fortgesetzt. Unter „Links“ findet der Nutzer typische Studentenseiten, wie z. B. www.uni-leipzig.de, das BaföG-Amt, Kinos, usw. Später können dort dann auch die Fanseiten verlinkt werden.

 

 

7.    Zeitablauf

 

7.1   Interner „Zeitablauf“:

 

 

7.2   Externer „Zeitablauf“:

 

1.      Erstellung einer Webseite von der Hausgemeinschaft

2.      Hilfegesuche in den Internetforen

3.      Weiterführung der Webseite (Kommentierung des Sanierungsprozesses – Rückkopplung zu den Foren)

4.      Nach hinreichendem Bekanntheitsgrad Enttarnung der virtuellen Hausgemeinschaft und professionelle Fortführung durch den Baumarkt

 

7.3   Zeitlicher Rahmen des Fake:

 

Achtung: Dieser Rahmen hat nur empfehlenden Charakter. In der tatsächlichen Umsetzung muss er natürlich entsprechend der Entwicklung angepasst werden.

·        1 – 2 Wochen: Aufbau der Soap (Webseite erstellen, Scripte für Soap-Folgen entwerfen, an den Charakteren arbeiten etc.)

·        ab 3. Woche: Infiltrierung der Foren

·        ab ca. 6 Wochen: Fortführung in Newsgroups, Studentenforen…

·        ab 8. Wochen: Aufbau von Fan-Seiten, Lancierungen in den Medien (on- und offline), heiße Phase in der Soap (Renovierungen und Zwischenmenschliches)

·        Nach 3 bis 4 Monaten (je nach Bekanntheitsgrad / Zugriffszahlen): Enttarnung und Fortführung unter „offizieller“ Flagge des Baumarktes.

 

·        Wichtig: Die Seite muss alle 1-3 Tage aktualisiert werden, um den Soap-Charakter zu erhalten!

 

8.    Kommentierte Linkliste und Quellenverzeichnis

 

8.1   Kommentierte Linkliste

 

Beispiele für Newsgroups:

·       Google:

Bastler:

de.sci.electronics
fido.ger.auto

Heimwerker:

de.rec.heimwerken

Beispiele für Foren:

·       DHA - Gestalte dein Zuhause: http://www.dha.de/de/forum/default.asp, zum Beispiel Allgemeines, Sanitär und Fliesen und Innenausbau.

·       Do it-Club- Forum: http://145.253.206.134/phorum/list.php?f=32

·       Auf www.selbst.de gibt es Foren für Allgemeines, Innenausbau usw., diese werden regelmäßig von bestimmten Usern besucht.

·       http://www.bodentips.de/, Fragen, Dankeshymnen an Produkte usw.

·       http://www.fernakademie.de/foren/index.html stellt ebenfalls verschiedene Foren zur Verfügung: Ausbauforum, Heimwerken usw. – ist aber etwas veraltet.

·       http://forum.haus.de/PH2H/PH2HF/ph2hf.htm?haus_board=wohn, sehr gute Seite – auch mit Verweis auf Publikumszeitschriften für Wohnen und Bauen, für Kleinanzeigen.

·       Mitglied werden in: http://www.handwerkerclub.de/

·       User helfen: http://www.baumarkt.de/b_markt/c2_frame.htm, „Vielleicht können sie dieses Problem lösen?“

·       http://www.wohnidee.de, Forum und Pinnwand

Zeitschriften und online:

·       Günstig wären hier zum Beispiel  „Das Haus“, „Wohnidee (Pinnwand)“ oder ähnliches.

·       Auch Internet-Seiten, die Studenten nutzen könnten helfen: http://dsb.uni-leipzig.de/, http://www.unicum.de/wohnwelt/index.html

 

Weiterhin haben wir unter http://www.d-r-h.de/katalog_003,009.html ein Heimwerker-Webverzeichnis gefunden, dass einige relevante Links bietet:

(Stand vom: 26. Nov 2002)

·       Heimwerker-Forum (http://www.spotlight.de/zforen/hem/t/forum_hem_1.html)

Hrsg.: www.spotlight.de

·       Bau.de – Foren (http://www.bau.de/forum/)

Unter dem Motto "Befragen Sie Bau-Experten" laufen bei bau.de viele rege genutzte Foren.

·       Trockenbauforum (http://www.trockenbauforum.de/)

Hrsg.: www.trockenbauforum.de

·       Holzwerker-Forum (http://www.wood-line.de/Forum.htm)

Hrsg.: Karl Werner, www.wood-line.de

·       Heizung-Sanitär-Klima, Energieberatung, Solartechnik und Trinkwasser

Mehrere Foren, jeweils betreut durch jemanden vom Fach.

Hrsg.: www.sanitaerbund.de

(http://www.sanitaerbund.de/foren.php4)

·       Diskussionen zu Wassersparen und Regenwassernutzung

Diskussionsthemen sind die Regenwassernutzung und -versickerung, der Bau von Zisternen, die Genehmigungen bzw. Zuschüsse, das Hauswasserwerk, die Wasserqualität sowie die Pumpen und sonstige Technik drumherum.

Hrsg.: Prof. Dr. Gerhard Partsch, bau.de

(http://www.bau.de/forum/wasser/index.php)

·       Woodworking.de (http://www.woodworking.de/cgi-bin/forum/webbbs_config.pl)

Handwerkzeuge für Holzwerker. Diskussionen zu Werkzeugen und dem, was man damit machen kann.

Hrsg.: Dieter Schmid

·       Bauplan-Forum von: 'Heimwerkerakademie', 'Selbst ist der Mann' und 'Hobbyweb'

Hrsg.: Selbst ist der Mann, Deutsche Heimwerker Akademie, Hobbyweb

(http://145.253.206.134/phorum/list.php?f=19)

·       Selbst.de Heimwerker-Foren (http://www.selbst.de/forum.html)

Foren zu den Themen: Holz, Sanitär/Fliesen, Garten, Gestaltung mit Farbe, Werkzeuge, Innenausbau sowie Allgemeines.

Hrsg.: www.selbst.de

·        Fußbodenaufbau (http://www.fussbodenbau.de/forum1/default.asp)

Kleines Forum speziell zum Thema Fußbodenaufbau.

Hrsg.: www.fussbodenbau.de

·        Werkzeugforum.de

Foren zu den Themen: Bauen allgemein, Garten, Heimwerker, Malen und Lackieren, Elektrowerkzeuge, Handwerkzeuge, Innenausbau, Tischler und Möbelbau.

Hrsg.: werkzeugforum.de GmbH

(http://www.werkzeugforum.de/diskussionsforum/diskussionsforum.cfm)

·        dooyoo (Meinungsforum) (http://www.dooyoo.de/)

Meinungen und Erfahrungsberichte zu Produkten aller Art.

Hrsg.: dooyoo AG

·        Ciao (Meinungsforum) (http://www.ciao.com/)

Meinungen und Erfahrungsberichte.

Hrsg.: ciao.com AG

 

8.2   Quellenverzeichnis

 

·       Der Artikel von Jeffrey Rayport in dem Onlinemagazin „Fast Company“:

http://www.fastcompany.com/online/06/virus.html

·       Der Artikel von Sascha Langner in dem Onlinemagazin „Marke X“:

http://www.marke-x.de/deutsch/webmarketing/archiv/ausgabe_14_02_02.htm

·        Der Aufsatz von Sabrina Helm:

http://www.competence-site.de/marketing.nsf/

E8DA7EECD81A46BAC125694B007793FD/$File/artikel_viral%20marketing.pdf